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Junge Künstlerin aus Leipzig bittet um Mithilfe

 

Lutherstadt Wittenberg: Von Freitag, dem 19. Mai bis Donnerstag, den 17. September 2017 präsentiert die Stiftung Kunst und Kultur e.V. in Kooperation mit dem Verein „Reformationsjubiläum 2017 e.V. die Ausstellung „Luther und die Avantgarde“ im ehemaligen Gefängnis, Berliner Straße in der Lutherstadt Wittenberg. Das alte Gefängnis wird eigens für die Ausstellung instand gesetzt und öffentlich zugänglich gemacht.

Rund 60 internationale Künstlerinnen und Künstler setzen sich mit impulsgebenden Gedanken der Reformation auseinander, die bis heute nichts an Aktualität verloren hat. Unter anderem werden Arbeiten von Eija-Liisa Ahtila, Ölafür Eliasson, Ayse Erkmen, Isa Genzken, Pascale Marthine Tayou, Günther Uecker, Ai Weiwei, Erwin Wurm und Zhang Peili zu sehen sein.

Weitere Standorte der Ausstellung sind Berlin und Kassel. Hier zieht die Kunst in Kirchengebäude ein.

Im Rahmen der Ausstellung im Alten Gefängnis in der Lutherstadt Wittenberg beschäftigt sich die Künstlerin Luise Schröder mit den Wittenberger Gedenktafeln. Der Titel ihrer künstlerischen Arbeit lautet „Blinde Flecken“.

Diese Wittenberger Gedenktafeln zählen zu den bekanntesten Touristenattraktionen der Stadt. Unter den Persönlichkeiten auf den mittlerweile 100 Gedenktafeln befinden sich lediglich zwei Frauen, Olga Gebauer, Gründerin des deutschen Hebammenverbandes und Friederike Caroline Neuber, Schauspielerin und Dramaturgin.

Dieses Missverhältnis ist in besonderem Maße Ausdruck einer sehr männlich dominierten Geschichts- und Erinnerungskultur innerhalb des Stadtbildes, die nicht korrigiert, sondern im Gegenteil nach 1945 bis in die Gegenwart fortgeschrieben und fortgesetzt wird.

In diesem Zusammenhang bittet die Künstlerin Luise Schröder alle Wittenberger und Wittenbergerinnen um Mithilfe und Meinung. „Welche weiblichen Personen der Stadt, aber auch Besucherinnen der Lutherstadt Wittenberg sollten auf der 101. möglichen Gedenktafel Erwähnung finden“, fragt Luise Schröder.

Gesucht werden Frauen aus der Geschichte bis in die Gegenwart hinein, ...

die im öffentlichen Raum mit einer Gedenktafel gewürdigt werden sollten.

Schicken Sie Ihren Vorschlag mit einer Begründung bis zum 19. Februar 2017 an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die gesammelten Vorschläge für eine Gedenktafel werden anschließend anonymisiert auf einer Wandtapete, im Rahmen der Ausstellung „Luther und die Avantgarde“ zu sehen sein.

„Ich selbst werde eine Gedenktafel gestalten, die dann im öffentlichen Raum in der Stadt plaziert wird“, verspricht Luise Schröder.

 

In der Ausstellung „Luther und die Avantgarde“ begegnen sich der Reformator als Vordenker und Avantgardist seiner Zeit und aktuelle Kunst, die Position bezieht zu gesellschaftlichen Fragen unserer Tage.

„Luther und die Avantgarde“ ist Teil der mehrteiligen „Weltausstellung Reformation – Tore der Freiheit“, die vom Reformationsjubiläum 2017 e.V. in den Wallanlagen um die Altstadt von Wittenberg vom 20. Mai bis 10. September 2017 realisiert wird.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter: www.luther-avantgarde.de.