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Lutherstadt Wittenberg: Am Freitag, dem 05. Mai 2017 um 18.00 Uhr wird im Stadthaus Wittenberg, Mauerstraße 18 in der Lutherstadt Wittenberg die Ausstellung „Unheilige Bilder – Cartoons zu Kirche und Religion heute“, deren Schirmherr Oberbürgermeister Torsten Zugehör ist, eröffnet.

Konzipiert wurde die Ausstellung und der dazugehörige Katalog von der Berliner Cartoonfabrik. Zur Eröffnung spricht der Hamburger Cartoonist Til Mete, der für die Zeitschrift „Stern“ zeichnet.

Anschließend werden Cartoonisten der Ausstellung Kataloge signieren. Für die musikalische Umrahmung sorgt Mr. Frog goes fishing.

Auf den Oberbürgermeister und Stadtrat Volker Werner geht auch die Idee zu dieser Ausstellung zurück. Beide hatten im Ostseebad Prerow das „Cartoonair am Meer“ besucht, ein deutschlandweit einzigartiges Karikaturen-Freiluftfestival, das 2008 aus der Taufe gehoben wurde und jedes Jahr die besten Cartoonisten zu thematischen Ausstellungen versammelt – in diesem Jahr übrigens zum Thema „Fitte Bilder – Cartoons zum Wohlfühlen.“ 

So entstanden die Kontakte zur Berliner Cartoonfabrik. Unter dem Motto „Unseren täglichen Witz gib uns heute“ präsentiert diese rund 200 Cartoons der 60 besten Cartoonisten aus Deutschland und Österreich zum Thema Kirche und Religion 500 Jahre nach dem Beginn der Reformation. 

Und wo passt diese Exposition besser hin als in die Lutherstadt Wittenberg? Sie ist ein Kontrapunkt zu den offiziellen Luther- und Reformationsfeierlichkeiten! Wem die Arbeiten zu polemisch sein sollten, sei daran erinnert, dass die vor 500 Jahren mit Flugblättern und Flugschriften geführten Auseinandersetzungen rüder und diffamierender waren.

Primitive, gar blasphemische Gags gegen den Glauben zeigt die Ausstellung nicht. Wohl aber bissige, hintergründige und lustige Cartoons, ...

die auf einen regen Besucherzuspruch stoßen dürften, glauben die Ideengeber, Organisatoren und Macher der Ausstellung. 

Im Zentrum steht das Christentum. Einige Arbeiten befassen sich auch mit dem Islam. 

Ein Beispiel des Cartoonisten Gerhard Glück, der Anfang des Jahres mit dem „Göttinger Elch“ ausgezeichnet wurde: Zwei Geistliche schauen aus dem Bogenfenster eines prunkvollen Baus, sagt der eine zum anderen: „Ich glaube, mit der Abschaffung der Gottesgerichte und der Hexenverbrennungen haben wir unsere publikumswirksamen Events verloren.“ Da hilft auch kostenloses WLAN in der Kirche nicht, um die Bänke zu füllen.

Ursprünglich wollte die Stadt die Ausstellung als eigenen Beitrag zum Reformationsjubiläum beisteuern. Der Förderantrag beim Land wurde aber nicht genehmigt, so dass der Verein Wittenberg-Kultur als Projektträger eingesprungen ist. Die beantragte Förderung in Höhe von 6.000,00 Euro hat der Kulturausschuss der Stadt genehmigt.

 

„Es gibt vier gute Gründe, diese Ausstellung im Stadthaus zu zeigen“, erzählt Johannes Winkelmann, Vorsitzender des Vereins Wittenberg-Kultur und Geschäftsführer der Marketing Wittenberg GmbH. „Erstens kann die im Stadthaus ansässige Tourist-Information die Aufsicht und den Verkauf der Eintrittskarten übernehmen, zweitens machen wir Werbung für das Stadthaus und animieren zu einem Besuch der Klosterkirche, drittens wird Mitte Mai die Ausstellung „Auge in Auge“ von der Künstlerin Ulrike Kirchner an der Westseite des Parkhauses eröffnet – vom Hof des Stadthauses aus gut zu sehen – und viertens wird diese Cartoon-Exposition ein Publikumsmagnet.

 

Die Cartoonfabrik wurde 1991 von elf Karikaturisten und zwei Journalisten als Verein gegründet, um Cartoons und Karikaturen durch Ausstellungen und Publikationen zu fördern. Erste Ausstellung war der erste Köpenicker Karikaturensommer 1992 als internationaler Wettbewerb zum Thema Geld. Seitdem haben fast eine Million Besucher die rund 200 Ausstellungen des Vereins in ganz Deutschland gesehen.

 

Die Ausstellung ist bis zum 31. Oktober 2017 im Hof des Stadthauses zu sehen. Geöffnet ist die Ausstellung von Montag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr.

Eintrittskarten zum Preis von 2,00 Euro gibt es in der Tourist-Information im Stadthaus Wittenberg. Dort ist auch der 170 Seiten starke Ausstellungskatalog zum Preis von 09,99 Euro erhältlich.