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Die Gemeinden um Krina wollen eine bleibende Erinnerung aus dem Jahr der Reformationsjubiläum 2017 mitnehmen. Alle neun Kirchen erhalten einen Namen. „Das ist der Beitrag der Gemeinden. Und so kann das Jubiläum vor Ort Wirkung entfallen“, erzählt Pfarrer Albrecht Henning, der eben jene Gotteshäuser betreut, die bis dato nur Dorfkirchen heißen. Lediglich in Burgkemnitz gibt es den Zusatz Barockkirche.

Natürlich hatten die Kirchen bei ihrer Weihe einen Namen. Aber im Laufe der Jahrhunderte wurde dieser eben oft vergessen und ist nicht überliefert. Natürlich wurde dies geprüft. Aber es wurden keine Belege über frühere Namen der Kirchen im Register des Landeskirchenamtes in der Lutherstadt Wittenberg gefunden.

„Das hat uns in die Karten gespielt“, so Pfarrer Henning. Ein Patron oder Heiliger wäre interessant gewesen, aber wir hatten uns auch so schon Gedanken gemacht“.  Wir – das war ein eigens gegründeter Ausschuss, in dem alle Dörfer vertreten waren. Und diese waren in Sachen Kirchennamen gewissermaßen ein unbeschriebenes Blatt. Es folgten das theologische Votum von Superintendent Christian Beuchel und die Genehmigung der Amtsleiterin Sabine Opitz. Damit steht nun der neunfachen Namensgebung nichts mehr im Wege.

Pfarrer Henning sagt: Mit den Namen wolle man die Botschaft in die Dörfer senden, das die Kirche vor Ort sei, ...

sich die Menschen mit dem Namen beschäftigen und sich stärker mit ihr identifizieren. 

 

Folgende Kirchen bekommen einen Namen:

 

Gossa: Aus der Dorfkirche wird die Christophoruskirche. Die Namensgebung fand im Gottesdienst am 1. Advent 2016 unter Beisein von Superintendent Christian Beuchel statt. 

Christophorus, Schutzpatron der Reisenden, findet sich häufig in Kirchen. Christophorus ist eine schöne Gestalt zur Identifikation. In Gossa kommt der Heilige drei Mal vor und gibt dem Gotteshaus deshalb den Namen. Zu finden ist er in einer Putzritzzeichnung, in der Übermalung einer solchen und im neu gestalteten Fenster der Kirche.

Mit dem Gottesdienst wurde zugleich der Abschluss der Sanierung der Kirche gefeiert.

 

Rösa: Hier steht ab 15. April 2017 eine Auferstehungskirche. Die Namensgebung wird in der Osternacht beim Gottesdienst um 22.30 Uhr gefeiert. Der Christus in der Kirche, ein Torso ohne Kreuz, inspirierte zum Namen und wird ergänzt um ein Osterfenster und Altarkreuz nebst Leuchtern, die die Auferstehung symbolisieren.

 

Burgkemnitz: Immerhin trug die Kirche schon den Namen Barockkirche. Nun wird daraus die Barockkirche Christi Himmelfahrt. Grundlage für die Namensgebung ist das große Deckengemälde mit der entsprechenden Darstellung in der Kirche. Die Namensgebung wird auch mit einem Gottesdienst gefeiert.

 

Krina: Die Kirche in Krina erhält den Namen Trinitatiskirche. Die Namensgebung erfolgt am 22. April 2017 um 14.00 Uhr bei einem Festgottesdienst und dem sich anschließenden Dorffest.

Derzeit laufen in der Kirche die letzten Arbeiten der Innensanierung.

Trinitatis, die Dreifaltigkeit, findet sich an vielen Stellen in der Kirche. So unter anderem in der neuen Deckenbemalung mit Wellensymbolen. Im erneuerten Fenster spiegelt sich die Dreifaltigkeit ebenso wie im neuen Osterleuchter. 

 

Gröbern: Manchmal schaffen es auch Heilige der Katholiken, einer evangelischen Kirche einen Namen zu geben. So passiert es mit der Dorfkirche Gröbern, die fortan Elisabethkirche heißen soll. Den Bezug bildet eine Schnitzfigur, die Elisabeth darstellt, mit einem Krug und Brot in den Händen. 

Als Sinnbild tätiger Nächstenliebe wird die Heilige auch im Protestantismus verehrt. Über Elisabeth von Thüringen gibt es die Legende des Rosenwunders. Ihr Name steht für Diakonie und Barmherzigkeit.

Die Namensgebung wird am 19. August 2017 während eines Wandelkonzertes sein.

 

Schwemsal: Am Tag des Offenen Denkmals, dem 10. September 2017 erhält die Kirche ihren Namen Erlöserkirche. Der Bau von Karl Friedrich Schinkel wurde erst vor einigen Jahren saniert. Sein Himmelsleitermotiv in einem Gemälde steht für den neuen Namen.

 

Schlaitz: Das Gotteshaus soll Marienkirche heißen und diesen Namen im Gottesdienst am 30. September 2017 erhalten. Eine geschnitzte, spätgotische Marienfigur ist namensgebend. 

Schlaitz, ist ein Ort, wo die Kirche Stück für Stück zurückkehre. Auch weil sich hier wöchentlich die „Kirchenmäuse“ treffen und es monatlich einen Kirchenkaffee gibt.

 

Hohenlubast: Eine der ältesten Kirchen im Landkreis Wittenberg erhält den außergewöhnlichsten Namen. Das Gotteshaus in Hohenlubast soll Dornbuschkirche heißen.

Der brennende Dornbusch, in welchem Gott Moses erscheint, sei Symbol dafür, dass Gott dem Menschen begegne, „wo wir ihn nicht mehr vermuten“.

Ein wenig ist dies, so Pfarrer Henning, auch in Hohenlubast so, denn die Kirche wurde 1997 an die Gemeinde übergeben. Der Förderverein habe vor drei Jahren zwar die Außensanierung realisiert, im Inneren herrsche jedoch Leere. Diese soll ein Metallleuchter in Form eines Dornbusches ausfüllen. 

Der Termin für die Namensgebung ist noch offen.

 

Schköna: Auch in Schköna fehlt noch der Termin für die Namensgebung. Doch das es eine Christuskirche wird, ist klar. Diese Kirche leuchtet weiß und frisch saniert. Im Inneren ist jedoch noch viel zu tun. „Es muss unbedingt saniert werden“, sagt der Pfarrer. Im Zuge desssen stellt er sich einen schwebenden Christus vor, der neu geschnitzt werden soll.